Ein Lichtzeichen zur Erinnerung

Vor 80 Jahren, in der Nacht von 9. auf 10. November 1938 brannten auch in Wien die jüdischen Bethäuser und Synagogen, brannte auch hier in der Schopenhauerstraße 39 der Währinger Tempel. Vom Nationalsozialistischen Regime organisierter und gelenkter Terror überzog das ganze Land, und auch unser Bezirk, auch Währing war keine Ausnahme.

Schon mit dem sogenannten „Anschluss“ im März waren jüdische Bürgerinnen und Bürger über Nacht entrechtet worden, waren gleichsam vogelfrei und der sich Bahn brechenden Brutalität, Rohheit und Gier schutzlos ausgeliefert. Nachbarinnen, Arbeitskollegen, Schulfreundinnen, Hausärzte waren plötzlich nicht mehr Nachbarin, Arbeitskollege, Schulfreundin oder Hausarzt – sondern nur noch „Jude“. Sie wurden diskriminiert, entlassen, mit Berufsverbot belegt, enteignet und gedemütigt.

 

Stellvertretend für die Vielen möchte ich Rosa Tramer zu Wort kommen lassen:

„Also, wir haben ein Parfümeriegeschäft gehabt. Erst in der Wattgasse, acht Jahre lang, und dann in Gersthof. Es war gleich bei unserer Wohnung. Gewohnt haben wir in der Wallrißstraße, Ecke Alsegger Straße, im 18. Bezirk, sehr schöne Gegend. No, wie der Hitler gekommen ist, wurde „Jude“ auf die Auslagen geschrieben, und auch die Kunden, die sonst sehr gerne zu mir gekommen sind, haben gesagt: „Frau Tramer, wir trauen uns nicht mehr hinein. Frau Tramer, das können wir leider nicht machen.“ Ich habe dann einen kommissarischen Leiter bekommen. Das ist irgendwann im Mai 1938 gewesen. Ich mußte natürlich auch am Bischof-Faber-Platz, das war gleich bei meinem Geschäft um die Ecke, das Pflaster reinigen. Da hat man mich geholt, damit ich das Pflaster aufwasche. Die Leute, die haben sich auf die Bäume gesetzt – dort ist ein Park am Bischof-Faber-Platz – und sie haben gerufen: „Jö, die Frau Tramer!“ Also, mit der Lauge mußte man dort das Pflaster abwaschen, die Hände waren dann von der Lauge ganz kaputt. Aber ich habe es gemacht, hab mich hingekniet. Eine andere, die sich nur gebückt hat, der hat einer einen Rempler in den Hintern gegeben, daß sie gleich hingefallen ist. Na ja, sicher hab ich die Schaulustigen gekannt, ich hab ja gehört: „Jö, die Frau Tramer!“ Wenn man ein Geschäft hat, ist man doch ein bißchen mehr bekannt. Das hat vielleicht zwanzig Minuten gedauert. Dann hat man gesagt, ich kann gehen. Also bin ich gegangen. Für das Geschäft hab ich nichts bekommen. Ich war froh, daß ich lebendig weggekommen bin. Ich hab mich nicht gekümmert, wir haben geschaut, daß wir wegkommen.“

Viele suchten so wie Rosa Kramer, ihr Mann und ihr Sohn nach diesen ersten Erfahrungen das Land so rasch wie möglich zu verlassen – MigrantInnen nicht aus freien Stücken, sondern zur Flucht und ins Exil gezwungen, um der weiteren Verfolgung und Ermordung zu entgehen.

Viele, wie der Schriftsteller Egon Friedell, damals wohnhaft in der Gentzgasse 7, begingen Selbstmord – wobei, Selbstmord ist wohl nicht das richtige Wort – und ich möchte an dieser Stelle den Schriftsteller Èric Vuillard aus seinem beeindruckenden Buch „Die Tagesordnung“ zitieren:

„In einer solchen Not verlieren die Dinge ihren Namen. Sie entfernen sich von uns, man kann nicht von Selbstmord sprechen. Egon Friedell hat keinen Selbstmord begangen. Keiner von ihnen hat Selbstmord begangen. Ihr Tod lässt sich nicht mit der mysteriösen Erzählung ihres eigenen Unglücks identifizieren. Man kann nicht einmal sagen, dass sie sich für einen würdigen Tod entschieden hätten. Nein. Keine innere Verzweiflung hat sie zerrüttet. Ihr Leid ist etwas Kollektives. Und ihr Selbstmord das Verbrechen eines anderen.“

Wenige konnten sich verstecken, als sogenanntes U-Boot überleben wie Marie Steinbach in der Höhnegasse – Jahre der Angst auf engem Raum, auf das Wohlwollen und vor allem den Mut anderer angewiesen, ständig in Gefahr, entdeckt und denunziert zu werden.

Und dann der unfassbare Schrecken der Deportierten, der Verschleppten, der in den Konzentrationslagern und Vernichtungslagern Ermordeten. Eine Eskalation der Barbarei.

Wir gedenken heute mit diesem Lichtzeichen nicht nur der Währinger Synagoge, die hier bis zum 9. November 1938 gestanden hat. Dieses Lichtzeichen soll auch und vor allem an die Menschen erinnern, an die Millionen Opfer. Es soll uns daran erinnern, dass Zivilisation, Frieden und Demokratie keine unumkehrbaren Prozesse sind, keine garantierten Zustände, sondern dass Ressentiments und Hetze, Rohheit und Brutalität auch wieder die Oberhand gewinnen können. Es soll uns daran erinnern, dass wir Menschen jeden Menschen als Mensch achten müssen, um selbst Mensch zu bleiben.

Das Projekt OT ist eine Kooperation des Jüdischen Museum Wien mit der Universität für Angewandte Kunst. An 25 Standorten in Wien wurden die von Lukas Maria Kaufmann entworfenen Lichtzeichen errichtet – zum Gedenken an die im November 1938 zerstörten Bethäuser und Synagogen. Dies ist der Text meiner Ansprache zur Eröffnung des Lichtzeichens für die ehemalige Währinger Synagoge.

 

 

EINE WOCHE MIT SILVIA NOSSEK

Bezirksvorsteherin zu sein ist eine vielfältige Aufgabe. Eine Aufgabe, die Freude macht und hohen Einsatz fordert – vor allem wenn man nicht nur verwalten, sondern auch gestalten will.

Montag 

Die Woche startet wie üblich mit einer Besprechung um 9.00 Uhr mit meinem Büro. Ich bin eine Stunde früher da, um mir einen Überblick über die Woche zu verschaffen, zu überlegen, welche Unterlagen ich brauche, welche Fragen offen sind. Heute geht es vor allem um die bevorstehende Session des Kinderparlaments: Sind mit dem Organisationsteam alle Fragen geklärt? Weiß mein Team, was zu tun ist? Wir haben das Konzept dieses Jahr ein wenig verändert – es soll lebendiger werden, die Kinder sollen ihre Anliegen besser zur Diskussion stellen können. Ein Experiment – und wir sind schon alle gespannt, wie es funktionieren wird.

Insgesamt laufen diese Besprechungen immer sehr konzentriert und zügig ab – das Team ist mittlerweile gut eingespielt, und wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.

Mit Cornelia Ehmayer-Rosinak, meiner Büroleiterin, gehe ich anschließend offene Anliegen von BürgerInnen durch. Wir erhalten durchschnittlich etwa 30 Anregungen, Wünsche, Beschwerden pro Woche. Manche lassen sich rasch beantworten, andere brauchen Recherche und Abstimmungen – wichtig und zeitintensiv, und es ist nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Um 11.00 Uhr treffe ich mich mit der MA 44 (Bäder) in der Klostergasse. Nach und nach will ich alle Orte in Währing kennen lernen, für die der Bezirk zuständig ist und das Währinger Tröpferlbad ist einer davon. Die MitarbeiterInnen zeigen mir das Bad, wir diskutieren Verbesserungsvorschläge. Ein guter Termin – ich hab einen ersten Überblick.

Auf zurück ins Amtshaus – gut, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Gerade für die kurzen Strecken im Bezirk ist es einfach das schnellste Verkehrsmittel und Bewegung mache ich auch gleich.

Nach einer kurzen Mittagspause weiter ins Rathaus, wo ein erster Workshop zum Projekt „Personalausstattung der Bezirksvorstehungen“ stattfindet. Unerfreulich, weil ich den Eindruck habe, dass es weniger um eine sinnvolle Erneuerung des Stellenplans aus den 1990er-Jahren geht, sondern in erster Linie nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht wird.

16.30 Uhr nochmals im Büro. Jetzt wäre die Vorbereitung für den Finanzausschuss am Mittwoch angesagt. Doch da schaut der Klubobmann der ÖVP zur Tür herein und fragt, ob ich kurz Zeit habe. Seine Frage ist rasch geklärt, ich informiere ihn über diverse Maßnahmen. Dann zurück zur Vorbereitung des Finanzauschusses. Und auch die Post- und Unterschriftenmappen auf meinem Schreibtisch wollen noch bearbeitet werden.

19:00 Uhr Eröffnung einer Ausstellung im Bezirksmuseum. Nach dem offiziellen Teil plaudere ich mit einigen Leuten, sehe mir die Ausstellung an und komme gegen 20.15 Uhr nach Hause.​ ​

DIENSTAG 

Der Tag startet mit zwei Gratulationsterminen: Ab dem 90er und ab der Goldenen Hochzeit ehrt die Stadt Wien ihre BürgerInnen zu runden Geburtstagen bzw. Hochzeitsjubiläen. Und wenn die JubilarInnen wollen, dann überbringe ich oder eine/n Vertreter/in diese Ehrung persönlich. Heute besuche ich eine sehr rüstige 90-jährige Dame in Gersthof, die allein in ihrer Wohnung lebt und offensichtlich gut zurecht kommt, danach eine 95-Jährige im Pensionistenwohnhaus, die vor kurzem in die Pflegestation verlegt werden musste, und noch etwas damit hadert, nun so auf andere angewiesen zu sein.

Es vergeht kaum eine Woche ohne solche Termine und ich möchte sie nicht missen. Auch wenn die Zeit für die einzelnen Besuche kurz ist, ist es eine schöne Gelegenheit, WähringerInnen kennen zu lernen, zu hören, was ihnen Freude oder Sorge macht. Und sich berühren zu lassen von Menschen, die gerade dabei sind, ihren Lebenskreis zu runden.

Zurück im Büro beginnt um 11.00 Uhr die letzte Jury-Sitzung für die Auswahl des LA 21-Büros. Die nach dem Präsentationstermin vor sechs Wochen überarbeiteten Angebote der drei Bewerber-Teams werden noch einmal ausführlich diskutiert und bewertet. Erfreulicherweise ist das Urteil der Jury einhellig – und so steht einem baldigen Start des Prozesses nichts mehr im Wege.

Zum Hintergrund: Die Lokale Agenda 21 ist ein breit angelegter Beteiligungsprozess für einen ganzen Bezirk mit dem Ziel, nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. In Wien gab und gibt es schon einige Agenda-Prozesse – Währing kommt nun endlich dazu.

Am Nachmittag findet die wöchentliche Besprechung mit meinem Stellvertreter Robert Zöchling, dem grünen Klubobmann Marcel Kneuer und der Bezirkskoordinatorin der Währinger Grünen Marietta Ranzmayer statt. Wir tauschen uns aus, beraten kritische Fragen zu einzelnen Projekten und koordinieren unsere Arbeit.

Um 17.00 Uhr sitze ich dann wieder an meinem Schreibtisch. An die 50 Mails haben sich in den letzten Stunden angesammelt – zumindest einmal drüberschauen, die dringendsten beantworten oder zur Bearbeitung weiterleiten. Eineinhalb Stunden später mach ich mich auf den Nach-Hause-Weg. Heute ein freier Abend.

Mittwoch 

Ab 9.00 Uhr herrscht buntes Treiben im Amtshaus: Kinderparlament! Der Festsaal ist voll mit 8–10-Jährigen sowie Eltern und LehrerInnen. Der Familienbund leitet die Sitzung locker und ernsthaft zugleich – und die Kids sind ganz gespannt und hoch aufmerksam.

Sie sind ja hier als VertreterInnen ihrer Klassen und sollen deren Anliegen präsentieren. Es ist ein lebendiger Vormittag und letztendlich sind es 69 Anträge, die das heurige Kinderparlament an den Bezirk stellt. Spitzenreiter sind auch dieses Jahr Wünsche betreffend Parkanlagen und Spielplätze sowie mehr Sicherheit auf den Schulwegen.

Der frühe Nachmittag gehört der alle zwei Wochen stattfindenden Besprechung mit der MA 42 (Wiener Stadtgärten). Schwerpunkt heute ist der Hockepark: Nach Abschluss der Baustelle in der Nachbarschaft muss dieser wiederhergestellt werden. Die erste Planung liegt vor und wir besprechen, wie nun im zweiten Schritt AnrainerInnen und NutzerInnen in die Überlegungen eingebunden werden.

Außerdem hat die MA 42 eine Liste jener Straßenzüge in Währing erstellt, wo der Zustand der Bäume dringende Maßnahmen verlangt: die sogenannten Baumscheiben sind zu klein und die Bäume verdursten regelrecht. Weil dieses brisante Thema uns die nächsten Jahre beschäftigen und auch einiges an Geld kosten wird, sollte auch die Bezirksvertretung informiert werden und wir besprechen, in welcher Kommission es am besten auf die Tagesordnung kommt.

Um 16.00 Uhr Sitzung des Finanzausschusses. Zwölf BezirksrätInnen entscheiden über die Freigabe von im Budget festgeschriebenen Summen, deren Umschichtung oder Überschreitung.

Gut, dass der Klubobmann der SPÖ dabei ist – so kann ich ihn gleich daran erinnern, die Mitglieder für die Steuerungsgruppe der LA 21 zu nominieren. Er fragt nochmal nach, was deren Aufgabe sein wird und wie viel Zeit die Tätigkeit in Anspruch nehmen wird, nach einer halben Stunde ist alles geklärt.

Mails, Postmappen, und dann auf zur Grünen Klubsitzung ins Büro der Währinger Grünen. Es gibt viel zu berichten und zu diskutieren – gar nicht so einfach, den Informationsfluss aufrecht zu halten. Nach zweieinhalb Stunden mache ich mich um 21 Uhr auf den Heimweg.

Donnerstag 

Schon um 8.00 Uhr startet der zweite Magistrats-Jour fixe diese Woche: MA 28 (Straßenbau) und MA 46 (Verkehrsorganisation). Radverbindungen, sichere Schulwege, Beseitigung von Straßenbahnblockaden, Behindertenparkplätze, usw. usw. – das Themenfeld ist breit und es ist viel zu tun.

Der Rest des Vormittags ist einer Besprechung mit Robert Zöchling gewidmet. Als mein Stellvertreter kümmert er sich um die Kulturagenden, wir haben vor kurzem die zweite Kulturkonferenz mit Währinger Kulturschaffenden veranstaltet und nun gilt es die nächsten Schritte zu klären. Anschließend ein unerfreulicher Termin mit VertreterInnen der ÖBB: Entgegen meiner dringenden Bitte haben sie sich entschieden, die WC-Anlage bei der S45-Station Gersthof zu schließen – eine Renovierung gemäß Denkmalschutz- und Barrierefreiheitsrichtlinien sei einfach zu teuer.

Etwas frustriert mache ich mich auf den Weg in die De La Salle Schule in der Scheidlstraße – und gleich wird meine Laune besser: Zwei Klassen haben im Zuge eines Verkehrserziehungsprojekts eigene Verkehrstafeln gestaltet, um AutofahrerInnen auf den Schulstandort hinzuweisen. Der Bezirk hat die Finanzierung der Tafeln übernommen, und jetzt am Nachmittag findet die feierliche Enthüllung statt. Es macht wirklich Freude, das Engagement und die Begeisterung der Kinder zu erleben.

Zurück im Büro – von 16.00 bis 18.00 Uhr Sprechstunde: Heute hat sich eine Frau mit Wohnungsproblemen angemeldet, der neue Betreiber eines Lokals will sich vor- stellen, zwei engagierte BewohnerInnen präsentieren ein Projekt zur Begrünung ihrer Gasse und zuletzt ein Mann, der sich über die undisziplinierten Hundebesitzer in der Hundezone im Park gegenüber beschwert.

Am Abend gibt’s noch eine Geschäftseröffnung. Die Betreiberinnen haben das Lokal liebevoll renoviert, und es ist jetzt eine echte Bereicherung für das Grätzl. Sie freuen sich, dass ich vorbei gekommen bin, und haben auch Verständnis dafür, dass ich nicht allzu lang bleibe.

Freitag 

Früh treffe ich mich mit dem Vorsitzenden der Mobilitätskommission, Martin Rotter, zu einem Lokalaugenschein bei der U6-Station Michelbeuern. Es fehlt dort dringend an Radabstellanlagen, und wir schauen uns an, wo diese am besten platziert werden können. Wir diskutieren verschiedene Möglichkeiten, machen Fotos. Anschließend macht Martin sich auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz – wie die meisten BezirksrätInnen muss er die Bezirksarbeit neben seiner beruflichen Tätigkeit unterbringen – und ich fahre ins Amtshaus.

Freitag ist der eine Tag in der Woche, den ich nach Möglichkeit terminfrei halte – was dringend notwendig ist: Offen gebliebene Mails und Anrufe erledigen, Unterlagen und Notizen aus den Besprechungen sichten, zwischendurch eine Stunde mit Cornelia, um über das weitere Vorgehen bei einzelnen Projekten nachzudenken.

Die Stunden vergehen wie üblich sehr schnell – gegen 16.00 Uhr packe ich Laptop und ein paar Unterlagen ein, um sie am Wochenende in Ruhe durchzuschauen. Und zumindest für diesen Abend ist jetzt mal Pause. ​

 

Schnell ist’s vergangen – viel ist geschehen

Schnell ist’s vergangen – viel ist geschehen

Mein erstes Jahr als Bezirksvorsteherin

Ich hab ja vermutet, dass das erste Jahr als Bezirksvorsteherin dicht wird. Dass es so dicht wird, allerdings nicht. Und dass es die Pause zwischen den Jahren brauchen wird, um meinen ersten Blogeintrag als Bezirksvorsteherin zu schreiben.

Thema dieses ersten Jahres? Erraten. Und so groß die Kontroverse ums Parkpickerl im Vorfeld war –nun, vier Monate nach Einführung ist die Bilanz eindeutig: Die allermeisten Menschen im Bezirk freuen sich über mehr Platz, mehr Ruhe und entspanntes Parken. Weniger Autos auf der Straße bringt Lebensqualität und bedeutet mehr Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen – die vielen Rückmeldungen sprechen da eine klare Sprache.

Die Parkraumbewirtschaftung verschafft uns nun die Luft, längst fällige Maßnahmen für umweltfreundliche Mobilität zu setzen: für den Öffentlichen Verkehr, fürs Zu-Fuß-Gehen und fürs Radfahren. Entschärfung von Straßenbahnblockade-Hotspots, übersichtliche Kreuzungsbereiche und Zebrastreifen zum sicheren Straße-Queren, Entrümpelung der Gehsteige, durchgängige Radverbindungen durch Öffnung von Einbahnen. Damit haben wir begonnen – und das wird auch 2017 ein deutlicher Schwerpunkt sein.

Die Straße als Lebensraum zurückerobern – das wünschen sich vor allem Kinder und Jugendliche, Eltern und Ältere. Unser erstes Wohnstraßen-Projekt in der Mollgasse und Weitlofgasse mit mehr Grün ist bereits umgesetzt und die Eingangsbereiche rund um das Durchhaus Währinger Straße 100 mit einer Grünfläche bzw. einem neu gepflanzten Baum in der Gentzgasse aufgewertet. Ich freu mich schon auf den Frühling, wenn das frisch gepflanzte Grün zeigen wird, was es kann.

Für das neue Jahr haben wir uns die Neugestaltung des Vorplatzes der Volksschule Schulgasse vorgenommen – ein lang gehegter Wunsch von Schule und Eltern. Und erste Verbesserungen rund um die Kreuzgasse, dieser jahrzehntelang so vernachlässigten Gegend. Der im letzten Herbst gemeinsam mit Gebietsbetreuung und 17. Bezirk veranstaltete KIOSK – ein vierwöchiges Beteiligungsprojekt vor Ort – hat dazu jede Menge Ideen geliefert.

Besonders wichtig fürs Kreuzgassenviertel: So wie es aussieht, wird sich dieses Jahr auch die Zukunft des ehemaligen Hauses der Barmherzigkeit entscheiden – eine große Chance für die positive Entwicklung dieses Grätzls, die wir als Bezirk nach Kräften unterstützen werden.

Die Beteiligungsprozesse im Kreuzgassenviertel, zur Neugestaltung des Hockeparks und zur Flächenwidmung rund ums Evangelische Krankenhaus werden wir 2017 weiterführen. Eines der wichtigsten Vorhaben für 2017 ist der Start der Lokalen Agenda 21 in Währing – ein großer Beteiligungsprozess für die nachhaltige Entwicklung unseres Bezirks, der allen WähringerInnen die Möglichkeit geben wird, Bezirk und Grätzl lebenswerter zu gestalten und über kleine und größere Veränderungen mit zu entscheiden.

Auch die Kinder und Jugendlichen bekommen mit neu gestalteten Kinder- und Jugendparlamenten die Möglichkeit, ihre Anliegen besser einzubringen. Und wir haben uns bemüht, möglichst viele der geäußerten Wünsche umzusetzen: mehr Sicherheit auf den Schulwegen, einem Graffitiprojekt und attraktiverer Gestaltung der Parks.

Die Währinger Kunstschaffenden haben das wesentlich aufgestockte Kulturbudget für neue Initiativen genützt. Und wir werden die begonnene Vernetzung von und mit den Kulturschaffenden Währings fortsetzen – mit voraussichtlich einem ersten großen Schwerpunkt heuer im Frühjahr.

Und es geht weiter: Es wird eine Bezirkskarte speziell fürs Zu-Fuß-Gehen und Radfahren geben, an der Ecke Gentzgasse – Köhlergasse wird die Fassade der Volksschule begrünt, der langjährige Wunsch vieler BewohnerInnen der Martinstraße und Gymnasiumstraße nach Tempo 30 wird in Erfüllung gehen. Das Müllproblem am Kutschkermarkt wird hoffentlich endlich gelöst sein, wir werden ein Maßnahmenpaket zur Rettung der Währinger Straßenbäume schnüren, es gilt ein Schulstandort-Konzept für Währing zu erarbeiten, die Planungen für die Flaniermeile Währinger Straße werden beginnen – so wie es aussieht, wird uns auch 2017 nicht wirklich langweilig.

Ich bedanke mich für alle Unterstützung, Interesse, Energie und konstruktive Kritik in diesem ersten Jahr – und wünsche uns allen einen guten Start 2017.

Erstmals Nr.1 in Währing

Erstmals Nr.1 in Währing

Liebe Währingerinnen und Währinger,

seit Oktober 2015 steht fest, dass wir Grüne unser Ziel erreicht haben und bei der Wahl stimmenstärkste Partei im Bezirk geworden sind. Und dass ich bald die erste grüne Bezirksvorsteherin Währings sein werde.

Nach dem ersten Medieninteresse komme ich nun endlich dazu, mich zu bedanken: Danke für das Vertrauen, das mir und uns Grünen so viele erwiesen haben – wir werden alles daran setzen, uns in den kommenden Jahren dieses Vertrauens würdig zu erweisen. Und ich hoffe auch, dass wir uns das Vertrauen von jenen erarbeiten, die dem Wechsel in Währing jetzt skeptisch gegenüber stehen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinem Vorgänger Karl Homole herzlich bedanken. Über 25 Jahre Arbeit und Einsatz zeugen von großer Liebe zu Währing und viel Engagement für die Menschen hier im Bezirk.

Meine Angelobung und Amtsübernahme fand am 17. Dezember statt. Ich freu mich, wenn Sie sich mit Ideen und Anliegen bei mir melden – ich möchte Sie bei der Beantwortung nur um etwas Geduld bitten. Auch für die Antworten auf die Glückwünsch-, Anregungs- und Kritikmails brauch ich im Moment ein bisschen länger – es sind einfach so viele.

Ich freu mich darauf, in den nächsten Jahren mit Ihnen gemeinsam Währing zu gestalten