Unfallentwicklung, Straßenbahnblockaden, Zukunftskonzepte – in Währing alles kein Thema

Wenn man mit Menschen in der Stadt über Lokalpolitik redet, dann gibt es in der Regel ein bestimmendes Thema: Verkehr. Wie der organisiert ist, wie der öffentliche Raum gestaltet ist, wem wie viel Platz darin eingeräumt wird – damit steht und fällt die Lebensqualität.

Deswegen gehört die Verkehrskommission – oder auch Mobilitätskommission, wie sie in manchen Bezirken besser heißt – auch zu den arbeitsintensivsten Gremien der Bezirksvertretungen: Dort werden Straßen-Neugestaltungen besprochen, Gesamtkonzepte der Stadt vorgestellt und ihre Chancen für den Bezirk ausgelotet, Anliegen von BürgerInnen, Elternvereinen und Schulen bearbeitet, neue Entwicklungen besprochen. Das bedeutet zumindest einmal im Monat intensive Sitzungen und Diskussionen.

gersthoferstrasseZumindest sollte das so sein. In Währing gehen die Uhren anders: Unsere Verkehrskommission hatte unter ÖVP-Führung seit der letzten Wahl im Oktober 2010 genau 10 Arbeitssitzungen. In 5 Jahren. Seit 2012 gibt es Sitzungen überhaupt nur mehr, wenn grüne Anträge eine Einberufung notwendig machen.

Genau genommen ist das ein ziemlicher Skandal. Denn es ist ja nicht so, dass es in Währing keine Probleme gäbe. So weist die Unfallstatistik 2012/13 für Währing eine der schlechtesten Unfallentwicklungen unter Wiens Bezirken aus. Das wäre doch eine Verkehrskommissionssitzung wert, dass man sich diese Statistik ein bisschen genauer anschaut, von ExpertInnen analysieren lässt und Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Oder das Thema Straßenbahnblockaden: Von wienweit 710 von parkenden Autos verursachten Straßenbahnblockaden passierten im Jahr 2014 allein 256 in Währing. Das sind 36 Prozent! Auch das sollte doch dem verantwortlichen Gremium der Bezirkspolitik eine Sitzung wert sein. Sollte man meinen. Die Statistik kam im Jänner heraus. Jetzt haben wir Mai…

Die Untätigkeit betrifft neben den akuten Problemen auch die Zukunftsfragen:
Das Verkehrsressort Wiens hat in den letzten Jahren ein neues Hauptradwegenetz erarbeitet, ein neues Garagenkonzept, Richtlinien für Begegnungszonen, ein Grün- und Freiraumkonzept zur Förderung des Zu-Fuß-Gehens – viele Chancen, Rahmensetzung und Ideen für Bezirke, Verkehr umweltfreundlicher zu machen und den öffentlichen Raum attraktiver. Und nebenbei auch noch finanzielle Unterstützung von der Stadt für das eine oder andere Projekt zu bekommen. In Währing alles kein Thema, alles keine Gründe für Bezirksvorsteher Homole und den VP-Vorsitzenden, die Verkehrskommission damit zu befassen.

Es wird Zeit, dass dieser Bezirk in engagiertere Hände kommt. Gemeinsam schaffen wir das!

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