Schnell ist’s vergangen – viel ist geschehen

Mein erstes Jahr als Bezirksvorsteherin

Ich hab ja vermutet, dass das erste Jahr als Bezirksvorsteherin dicht wird. Dass es so dicht wird, allerdings nicht. Und dass es die Pause zwischen den Jahren brauchen wird, um meinen ersten Blogeintrag als Bezirksvorsteherin zu schreiben.

Thema dieses ersten Jahres? Erraten. Und so groß die Kontroverse ums Parkpickerl im Vorfeld war –nun, vier Monate nach Einführung ist die Bilanz eindeutig: Die allermeisten Menschen im Bezirk freuen sich über mehr Platz, mehr Ruhe und entspanntes Parken. Weniger Autos auf der Straße bringt Lebensqualität und bedeutet mehr Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen – die vielen Rückmeldungen sprechen da eine klare Sprache.

Die Parkraumbewirtschaftung verschafft uns nun die Luft, längst fällige Maßnahmen für umweltfreundliche Mobilität zu setzen: für den Öffentlichen Verkehr, fürs Zu-Fuß-Gehen und fürs Radfahren. Entschärfung von Straßenbahnblockade-Hotspots, übersichtliche Kreuzungsbereiche und Zebrastreifen zum sicheren Straße-Queren, Entrümpelung der Gehsteige, durchgängige Radverbindungen durch Öffnung von Einbahnen. Damit haben wir begonnen – und das wird auch 2017 ein deutlicher Schwerpunkt sein.

Die Straße als Lebensraum zurückerobern – das wünschen sich vor allem Kinder und Jugendliche, Eltern und Ältere. Unser erstes Wohnstraßen-Projekt in der Mollgasse und Weitlofgasse mit mehr Grün ist bereits umgesetzt und die Eingangsbereiche rund um das Durchhaus Währinger Straße 100 mit einer Grünfläche bzw. einem neu gepflanzten Baum in der Gentzgasse aufgewertet. Ich freu mich schon auf den Frühling, wenn das frisch gepflanzte Grün zeigen wird, was es kann.

Für das neue Jahr haben wir uns die Neugestaltung des Vorplatzes der Volksschule Schulgasse vorgenommen – ein lang gehegter Wunsch von Schule und Eltern. Und erste Verbesserungen rund um die Kreuzgasse, dieser jahrzehntelang so vernachlässigten Gegend. Der im letzten Herbst gemeinsam mit Gebietsbetreuung und 17. Bezirk veranstaltete KIOSK – ein vierwöchiges Beteiligungsprojekt vor Ort – hat dazu jede Menge Ideen geliefert.

Besonders wichtig fürs Kreuzgassenviertel: So wie es aussieht, wird sich dieses Jahr auch die Zukunft des ehemaligen Hauses der Barmherzigkeit entscheiden – eine große Chance für die positive Entwicklung dieses Grätzls, die wir als Bezirk nach Kräften unterstützen werden.

Die Beteiligungsprozesse im Kreuzgassenviertel, zur Neugestaltung des Hockeparks und zur Flächenwidmung rund ums Evangelische Krankenhaus werden wir 2017 weiterführen. Eines der wichtigsten Vorhaben für 2017 ist der Start der Lokalen Agenda 21 in Währing – ein großer Beteiligungsprozess für die nachhaltige Entwicklung unseres Bezirks, der allen WähringerInnen die Möglichkeit geben wird, Bezirk und Grätzl lebenswerter zu gestalten und über kleine und größere Veränderungen mit zu entscheiden.

Auch die Kinder und Jugendlichen bekommen mit neu gestalteten Kinder- und Jugendparlamenten die Möglichkeit, ihre Anliegen besser einzubringen. Und wir haben uns bemüht, möglichst viele der geäußerten Wünsche umzusetzen: mehr Sicherheit auf den Schulwegen, einem Graffitiprojekt und attraktiverer Gestaltung der Parks.

Die Währinger Kunstschaffenden haben das wesentlich aufgestockte Kulturbudget für neue Initiativen genützt. Und wir werden die begonnene Vernetzung von und mit den Kulturschaffenden Währings fortsetzen – mit voraussichtlich einem ersten großen Schwerpunkt heuer im Frühjahr.

Und es geht weiter: Es wird eine Bezirkskarte speziell fürs Zu-Fuß-Gehen und Radfahren geben, an der Ecke Gentzgasse – Köhlergasse wird die Fassade der Volksschule begrünt, der langjährige Wunsch vieler BewohnerInnen der Martinstraße und Gymnasiumstraße nach Tempo 30 wird in Erfüllung gehen. Das Müllproblem am Kutschkermarkt wird hoffentlich endlich gelöst sein, wir werden ein Maßnahmenpaket zur Rettung der Währinger Straßenbäume schnüren, es gilt ein Schulstandort-Konzept für Währing zu erarbeiten, die Planungen für die Flaniermeile Währinger Straße werden beginnen – so wie es aussieht, wird uns auch 2017 nicht wirklich langweilig.

Ich bedanke mich für alle Unterstützung, Interesse, Energie und konstruktive Kritik in diesem ersten Jahr – und wünsche uns allen einen guten Start 2017.

6 Gedanken zu „Schnell ist’s vergangen – viel ist geschehen

  • 12/01/2017 um 13:49
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    da tut sich ja ordentlich etwas. Welche Maßnahmen werden denn gesetzt, um die Währingerstraße als Flaniermeile zu gestalten?

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    • 15/01/2017 um 19:18
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      Für die Währinger Straße zeichnet sich aus vielen Gesprächen im vergangenen Jahr ab: Es wird einen klugen Mix aus Maßnahmen geben müssen, die einerseits mehr Platz für FußgängerInnen und Straßenbahn schaffen und andererseits auch Parkmöglichkeiten für Lieferungen und autofahrende KundInnen bieten. Wir sind derzeit am Prüfen von Rahmenbedingungen: Wir warten auf die Statistik 2016 der Straßenbahnblockaden, um zu wissen, wo es da in der Währinger Straße dringenden Handlungsbedarf gibt. Gleichzeitig prüfen wir das Förderpaket für Flaniermeilen, das der Gemeinderat knapp vor Weihnachten beschlossen hat und in dem die Währinger Straße zwischen Gürtel und Gertrudplatz enthalten ist. Und wir haben eine Untersuchung der MA19 (Stadtgestaltung) in Auftrag gegeben, die Potenziale im Öffentlichen Raum in Währing erheben soll. So weit, so derzeit noch vage. Näheres wissen wir hoffentlich im Lauf des Frühjahrs.

      Antwort
      • 15/01/2017 um 20:38
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        Liebe Frau Nossek! Vielen Dank für die Info. Als Unternehmer der Währingerstraße würde ich mir wünschen, dass wir über solche geplanten Änderungen informiert werden und auch involviert zu werden. Schließlich sind wir jeden Tag an vorderster Front und sollten dies ja auch unseren Kunden „verkaufen“. Würde mich freuen, wenn wir die Kommunikation weiter verbesseren könnten. liebe Grüße Belinda Neidhardt

        Antwort
        • 02/03/2017 um 10:53
          Permalink

          Liebe Frau Neidhardt,
          entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt antworte: Natürlich werden wir die Geschäftsleute in die Planungsüberlegungen einbeziehen – wir sind im Moment noch dabei, finanzielle, bauliche und organisatorische Rahmenbedingungen zu klären, und werden dann mit Geschäftsleuten und AnrainerInnen Kontakt aufnehmen
          mit besten Grüßen
          Silvia Nossek

          Antwort
  • 01/03/2017 um 18:10
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    Sehr geehrte Frau Nossek,
    Wie sieht es mit Begrünung und Sicherheit für das Schulviertel aus? In der Schul-, Schopenhauer, Mitterberg und Staudgasse steht kein einziger Baum, es fehlt an Zebrastreifen oder Verkehrsberuhigung. Dort gehen täglich hunderte Kinder in die diversen Schulen (zB im
    Ebner Eschenpark).
    Warum begrünt man dann eine Fassade einer Schule? Um das Geld kann man viele Bäume pflanzen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick Lenhart

    Antwort
    • 02/03/2017 um 11:14
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Lenhart,

      Begrünung der weniger grünen Teile Währings wie auch sichere Schulwege stehen auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Wir sind dabei, verschiedene Modelle und Möglichkeiten zur Begrünung im Straßenraum zu prüfen: Baumpflanzungen – wobei diese im Gegensatz zu Ihrer Annahme nicht billiger sind als Fassadenbegrünungen – eben Fassadenbegrünungen, Grünflächen, etc. Die Fassadenbegrünung Ecke Gentzgasse / Köhlergasse hat sich gut ergeben, weil wir dort ohnehin den Kreuzungsbereich umgestalten müssen, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen, und außerdem auch in diesem Bereich kaum Grün im öffentlichen Raum vorhanden ist. Wir sind aber gerade dabei, Möglichkeiten für Baumpflanzungen speziell in der Schulgasse zwischen Schubertpark und Ebner-Eschenbach-Park zu prüfen.
      Ein budgetäres Problem ist, dass wir uns, wie ich im letzten Jahr erfahren hab, nicht gleich mit aller Kraft dem Neupflanzen von Bäumen zuwenden können, sondern in vielen Straßenzügen Währings, die jetzt schon Baumbestand haben, der Lebensraum der Bäume dringend verbessert werden muss – sprich: Autos wieder runter von den Grünstreifen, Asphalt raus und neues Erdreich – damit uns nicht die vorhandenen Bäume alle eingehen. Das nimmt derzeit ein bisschen den Spielraum für Neupflanzungen.

      Was die sicheren Schulwege anlangt, haben wir voriges Jahr zwei Kreuzungen baulich verbessert – beides waren Wünsche aus Kinder- und Jugendparlament: die Kreuzung Währinger Straße – Lacknergasse und die Kreuzung Ferrogasse – Alsegger Straße. Auch heuer schauen wir uns mehrere Kreuzungen im Zusammenhang mit dem Kinder- und Jugendparlament an.
      Ein Hauptfaktor im Zusammenhang mit sicheren Schulwegen sind leider die 10-15 % der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, und so in der näheren Umgebung der Schule den Schulweg für alle Kinder unsicher machen. Diesbezüglich bin ich noch am Überlegen, wie wir damit umgehen und Abhilfe schaffen können – von Bewusstseinsbildung bei den Eltern bis zur Möglichkeit von „Eltern-Haltestellen“ in etwas Entfernung von der Schule, wie es sie andernorts schon gibt.

      Wenn Sie noch Ideen haben oder spezielle Orte, die sie für verbesserungswürdig halten, gerne an mich
      mit besten Grüßen
      Silvia Nossek

      Antwort

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